Algen

Algen sind eine Gruppe von Organismen die seit kurzer Zeit in den Fokus der Forschung gerückt sind, sei es als Modellorganismus für die Photosynthese und Morphologie von einzelligen Eukaryonten (Chlorella vulgaris) oder um industriell Pigmente, Sauerstoff oder sonstige Produkte herstellen zu können. So sind Algen in nahezu allen Natur-Kosmetika zu finden, aber auch in normalen Cremes und Shampoos können Algen enthalten sein. In der Tat handelt es sich bei Algen um kleine Alleskönner der Industrie und so können aus Algen auch Produkte wie Wein oder Bier hergestellt werden, die man auf den ersten Blick wohl kaum mit Algen in Verbindung bringen würde.

Doch was sind Algen?

Per Definition handelt es sich bei Algen im engeren Sinne um pflanzenartige im Wasser lebende eukaryotische Lebewesen (Zellkernbestizend), welche den Großteil ihres Energiebedarfs über Photosynthese decken, aber nicht den eigentlichen Pflanzen zuzuordnen sind. Am bekanntesten sind Algen vermutlich bei Aquarienbesitzern, bei denen die Algen eine tendenziell ungern gesehene Lebensform darstellen. Algen sind aber auch oft in den Medien, vor allem wenn es um die sogenannte Algenpest geht. Dabei handelt es sich um eine explosionsartige Vermehrung der Algen, die der Wasserqualität durch Giftstoffe schadet, entweder durch direkte Toxizität der Alge wie die Red Tide in Küstenbereichen vor San Diego im Pazifik oder durch Stoffe wie Schwefelwasserstoff , die bei der Zersetzung der Algen durch Mikroorganismen entstehen.
Da Algen eine hohe Bedeutung für die Wissenschaft haben hat sich eine wissenschaftliche Teildisziplin um die Algen entwickelt, die Phykologie.
Blaualgen sind, nicht wie es der Name vermuten lässt,  Algen, sondern Bakterien. Dies kommt besser bei ihrem eigentlichen Namen zur Geltung, da die Blaualgen in der Biologie häufig als Cyanobakterien geführt werden. Als Bakterien besitzen Blaualgen keinen Zellkern und sind damit nicht eukaryotisch sondern prokaryotisch sind. Deshalb beschäftigt sich nicht die Phykologie mit den Blaualgen/Cyanobakterien sondern die Bakteriologie. Trotzdem wird am RBG aber auch mit Blaualgen gearbeitet, da diese in bestimmten Punkten für unsere Produktion Vorteile gegenüber den klassischen Algen haben.

Die Photosynthese

Die meisten Algen decken ihren Energiebedarf mit der Photosynthese. Die Photosynthese erfolgt in den Chloroplasten einer Zelle und dient im Prinzip der Umsetzung von Lichtenergie in chemische Energie. Sowohl Algen aber auch auch Cyanobakterien und Pflanzen sind zur Photosynthese befähigt.

Allgemein gilt:
6 CO2 + 6 H2O → C6H12O6 + 6 O2
Kohlenstoffdioxid und Wasser reagieren zu Glucose und Sauerstoff
Damit die Reaktion abläuft wird Energie in Form von Licht benötigt!

Wie man in der Formel erkennen kann wird unter Sonnenstrahlung von diesen Organismen CO2 (Kohlenstoffdioxid) in Glucose, dem Traubenzucker, umgewandelt. Damit sind die meisten Algen autotroph (= Deckung des gesamten Kohlenstoffbedarf über CO2). Die Glucose wird später in einem Atmungsprozess meist wieder zu dem Kohlenstoffdioxid verbrannt um Energie zu erzeugen die für die Zelle direkt nutzbar ist. Der Kohlenstoff wird aber auch teils für Proteine und Polysaccharide verwendet.
Ein anderer Aspekt ist, dass in der Photosynthese auch Farbstoffe vorkommen die das Licht nutzbar machen, allen voran das Chlorophyll und Carotin und auch diese Stoffe sind interessante Produkte die Potentiell aus Algen hergestellt werden können.

Und hier greift unsere Idee. Kann man aus Algen Zucker oder Pigmente gewinnen und wenn ja wie viel? Und sind die anderen Proteine auch nutzbar, bzw kann man sie rentabel extrahieren? Und so bildete sich der Kerngedanke des Algenzuckers und eine kleine Forschungsgruppe die viel Zeit investiert um dieser Fragestellung nachzugegen und so gibt es auch schon fast jede Woche neue Erkenntnisse.
Es bleibt also Spannend um den Algenzucker ;-)

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